ÜBER MICH

Ich wurde 1981 in St. Anton am Arlberg geboren und bin dort zwischen Bergen, Herzlichkeit und vielfältigen Begegnungen aufgewachsen.

Nach der Grundschule absolvierte ich die Höhere Lehranstalt für Tourismus in Bludenz. Dort entdeckte ich meine Begeisterung für Kulinarik, Kochen und die Kunst der Gastfreundschaft. Besonders faszinierte mich die Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten: Ein liebevoll zubereitetes Essen, ein schön gedeckter Tisch und die Zeit, die Menschen miteinander verbringen, schaffen einen Raum für Begegnung, Gespräche und Verbundenheit. Für mich ist dies einer der ursprünglichsten Orte menschlichen Austauschs – am Lagerfeuer, oder eben am Esstisch.

Über mein Interesse an Werbepsychologie entstand schließlich die Idee, Psychologie zu studieren. So führte mich mein Weg nach Salzburg. Bereits in den ersten Vorlesungen war ich von den grundlegenden Fragen des Menschseins fasziniert – insbesondere vom philosophischen Leib-Seele-Problem und der Frage, wie Denken, Erleben und Gehirn miteinander verbunden sind.

Im Studium interessierten mich zunächst vor allem die Biologische Psychologie und die Umweltpsychologie. Während die Biologische Psychologie erforscht, welche neuronalen Prozesse unserem Erleben und Verhalten zugrunde liegen, beschäftigt sich die Umweltpsychologie mit der Frage, wie unsere Umgebung auf unser Denken, Fühlen und Handeln wirkt.

Durch Praktika fand ich schließlich meinen Weg in die Klinische Psychologie und insbesondere in die Klinische Neuropsychologie. Die Klinische Psychologie beschäftigt sich mit der Diagnostik und Behandlung psychischer Belastungen und Erkrankungen. Die Klinische Neuropsychologie untersucht die Auswirkungen von Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns auf kognitive Funktionen, Emotionen und Verhalten und begleitet Menschen bei der Bewältigung der daraus entstehenden Herausforderungen. Die Verbindung von Gehirn, Verhalten und individueller Lebensgeschichte hat mich dabei besonders begeistert und bildet bis heute den Mittelpunkt meiner beruflichen Tätigkeit.

Seit 2009 begleite ich Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und beruflichen Kontexten. In dieser Zeit konnte ich umfangreiche Erfahrungen in Diagnostik, Beratung, Therapie und Supervision sammeln und mein Fachwissen kontinuierlich vertiefen.

Meine Arbeit ist geprägt von der Überzeugung, dass fachliche Kompetenz und persönliche Entwicklung untrennbar miteinander verbunden sind. Psychologisches Wissen entfaltet seinen Wert erst dann vollständig, wenn es reflektiert, verstanden und in die eigene professionelle Haltung integriert wird.

Besonders wichtig ist mir daher eine wertschätzende, klare und praxisnahe Zusammenarbeit. Gemeinsam entwickeln wir neue Perspektiven, stärken fachliche Sicherheit und schaffen die Grundlage für nachhaltige persönliche und berufliche Entwicklung.

Drei Lebensabschnitte haben meinen beruflichen Stil bisher besonders geprägt:

DIE KLINISCHE NEUROPSYCHOLOGIE

In den ersten sieben Jahren nach meinem Studium arbeitete ich mit Menschen, die durch neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Parkinson, Multiple Sklerose oder Demenz Veränderungen in Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Verhalten erlebt haben.

Meine Aufgabe war es, diese Veränderungen zu erfassen und individuelle Therapiepläne zu entwickeln – mit dem Ziel, verlorene Denkfunktionen wiederherzustellen (Restitution), durch andere zu ersetzen (Substitution) oder sie mit passenden Strategien zu kompensieren (Kompensation).

Besonders faszinierte mich die Plastizität des Gehirns: seine erstaunliche Fähigkeit, sich neu zu organisieren und anzupassen.

Im Rahmen meiner Forschung beschäftigte ich mich insbesondere mit der Frage, wie man die Rückbildung von Gesichtsfeldeinschränkungen (Anopsien) nach einem Schlaganfall im Sehzentrum des Gehirns (teilweise) mittels Training und nicht-invasiver Neuromodulation fördern kann – ein Thema, dem ich mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen gewidmet habe.

Diese Erkenntnisse gehen aber über das Biologische hinaus: Sie zeigen, dass Veränderung möglich ist – nicht nur im Gehirn, sondern auch im Leben.

„What fires together, wires together. Neurons that are out of sync, fail to link.“ – Donald O. Hebb und Carla Shatz.

HUMANITÄRE EINSÄTZE IN KRISENGEBIETEN

In den folgenden sieben Jahren war ich für Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Krisenregionen im Einsatz. Dort begegnete ich Menschen, die unter Gewalt, Vertreibung und existenzieller Not leiden. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie verletzlich, aber auch wie widerstandsfähig die menschliche Psyche sein kann – und wie wesentlich Hoffnung, Würde und zwischenmenschliche Verbundenheit für das psychische Überleben sind.

In solchen Situationen standen nicht ausgefeilte psychotherapeutische Techniken im Vordergrund, sondern oft schlicht die menschliche Präsenz – das gemeinsame Aushalten und das Angebot von Stabilität im Chaos. In dieser Zeit wurde die Haltung von Viktor Frankl zu einer wichtigen Orientierung für mich. Seine Überzeugung, dass der Mensch selbst unter den schwierigsten Bedingungen Sinn erfahren kann, hat meinen Blick auf psychische Gesundheit nachhaltig geprägt. Sinn ist kein abstrakter Begriff – er kann zur entscheidenden Ressource werden, wenn alles andere ins Wanken gerät.

„Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ – Friedrich Nietzsche

DIE EIGENE LEBENSERFAHRUNG

Psychologe zu sein bedeutet für mich nicht nur, Methoden zu beherrschen, sondern auch, sich selbst immer wieder zu reflektieren. In den letzten Jahren ist mir bewusst geworden, wie sehr meine eigene Auseinandersetzung mit inneren Themen – Prägungen, Beziehungen, Sinnfragen – meine therapeutische Haltung beeinflusst.

Ich glaube, echte Präsenz entsteht nicht durch Technik, sondern durch Authentizität. Deshalb gehört persönliche Weiterentwicklung für mich untrennbar zum Beruf: durch Supervision, Selbsterfahrung, spirituelle und philosophische Impulse – aber auch durch das Leben selbst, mit all seinen Brüchen und Lernprozessen.

„Wer nach außen schaut, träumt; wer nach innen blickt, erwacht.“ – C. G. Jung

MEINE BERUFSERFAHRUNG

  • 2009 – 2010: Rehabilitationsklinik Großgmain: Neuropsychologie
  • Sommer 2010: Pro mente Salzburg: Arbeitstrainingszentrum
  • 2010 – 2015: Neurologisches Therapiezentrum Gmundnerberg: Neuropsychologie
  • 2011 – 2015: Universität Salzburg: Lehre – Persönlichkeits-, Leistungsdiagnostik
  • 2011 – 2016: Selbständiger Gutachter für Versicherungsmedizin, Zürich
  • 2015 -2016: Universität Magdeburg: Forschung am Institut für Medizinische Psychologie
  • Sommer 2016: Harvard Medical School: Forschung am Neuromodulation Center
  • 2016 – 2020: Ärzte ohne Grenzen: Kriseneinsätze in Jordanien, Bangladesch, Südsudan, Kamerun, Irak, Hongkong.
  • 2021 – 2022: Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK): Kriseneinsätze in Armenien und im Jemen.
  • 2022 – 2023: Consulting IKRK – Krisenintervention, Resilienztraining Kidnapping.
  • 2023 – 2025: Chiemgauklinik Marquartstein: Psychosomatik
  • Seit Jänner 2024: Ehrenamtliche Tätigkeit beim Kriseninterventionsteam Traunstein
  • Frühjahr 2025: KBO Klinik Wasserburg: Neuropsychologie
  • Seit Juli 2025: Christian-Doppler-Klinik, Universitätsklinik für Neurologie, neurologische Intensivmedizin und Neurorehabilitation der PMU, Neuropsychologie

MEINE AUSBILDUNGEN

  • Studium Psychologie Salzburg: Biologische Psychologie, Umweltpsychologie
  • International Student Exchange Program: Emporia State University, Kansas – Psychotherapie, Kunsttherapie, Fotografie
  • Klinischer- und Gesundheitspsychologe (Berufsverband Österreichischer Psychologen), BMASPGK Eintragungsnummern: 7710 und 7687

MEINE FORTBILDUNGEN

  • Klinische Neuropsychologie (GNPÖ, NeuroPsy)
  • Krisenintervention und psychosoziale Akuthilfe (PSAH/PSNV-B) (ASB Akademie München)
  • Non-Invasive Brain Stimulation (tDCS/TMS) – Göttingen
  • Narrative Expositionstherapie – Médecins Sans Frontières
  • Trauma-Focused Cognitive Behavioral Therapy – Medical University of South Carolina’s Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, USA
  • Gruppenpsychotherapie, Behaviour Modification, Motivational Interviewing – Emporia State University, USA