Ich bin 1981 in St. Anton am Arlberg geboren – aufgewachsen zwischen Bergen, Begegnungen und Bewegung. Seit 2009 begleite ich professionell Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. In dieser Zeit habe ich nicht nur mein Fachwissen stetig vertieft, sondern auch von jeder einzelnen Begegnung lernen dürfen. Denn jeder diagnostische, beratende oder therapeutische Prozess ist einzigartig – ein gemeinsamer Weg voller Möglichkeiten.
Drei Lebensabschnitte haben meinen beruflichen Stil bisher besonders geprägt:

1. Die Arbeit als klinischer Neuropsychologe:
In den ersten sieben Jahren nach meinem Studium arbeitete ich mit Menschen, die durch neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Parkinson, Multiple Sklerose oder Demenz Veränderungen in Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Verhalten erlebt haben.
Meine Aufgabe war es, diese Veränderungen zu erfassen und individuelle Therapiepläne zu entwickeln – mit dem Ziel, verlorene Funktionen wiederherzustellen (Restitution), durch andere zu ersetzen (Substitution) oder sie mit passenden Strategien zu kompensieren (Kompensation).
Besonders faszinierte mich die Plastizität des Gehirns: seine erstaunliche Fähigkeit, sich neu zu organisieren und anzupassen.
Im Rahmen meiner Forschung beschäftigte ich mich speziell mit der Frage, wie sich Gesichtsfeldeinschränkungen nach einem Schlaganfall im Sehzentrum des Gehirns (teilweise) rückbilden lassen – ein Thema, dem ich mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen gewidmet habe.
Diese Erkenntnisse gehen über das Medizinische hinaus: Sie zeigen, dass Veränderung möglich ist – nicht nur im Gehirn, sondern auch im Leben.
„What fires together, wires together. Neurons that are out of sync, fail to link.“ – Wird zwar Donald O. Hebb zugeschrieben, ist aber eigentlich von Carla Shatz.
2. Humanitäre Einsätze in Krisengebieten:
In den folgenden sieben Jahren war ich für Ärzte ohne Grenzen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Krisenregionen im Einsatz. Dort begegnete ich Menschen, die unter Gewalt, Vertreibung und existenzieller Not litten. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie verletzlich, aber auch wie widerstandsfähig die menschliche Psyche sein kann – und wie wesentlich Hoffnung, Würde und zwischenmenschliche Verbundenheit für das psychische Überleben sind.
In solchen Situationen standen nicht ausgefeilte psychotherapeutische Techniken im Vordergrund, sondern oft schlicht die menschliche Präsenz – das gemeinsame Aushalten und das Angebot von Stabilität im Chaos. In dieser Zeit wurde die Haltung von Viktor Frankl zu einer wichtigen Orientierung für mich. Seine Überzeugung, dass der Mensch selbst unter schwierigsten Bedingungen Sinn erfahren kann, hat meinen Blick auf psychische Gesundheit nachhaltig geprägt. Sinn ist kein abstrakter Begriff – er kann zur entscheidenden Ressource werden, wenn alles andere ins Wanken gerät.
„Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ – Friedrich Nietzsche
3. Die eigene Entwicklung – innere Arbeit und therapeutische Präsenz:
Psychologe zu sein bedeutet für mich nicht nur, Methoden zu beherrschen, sondern auch, sich selbst immer wieder zu reflektieren. In den letzten Jahren ist mir bewusst geworden, wie sehr meine eigene Auseinandersetzung mit inneren Themen – Prägungen, Beziehungen, Sinnfragen – meine therapeutische Haltung beeinflusst.
Ich glaube, echte Präsenz entsteht nicht durch Technik, sondern durch Authentizität. Deshalb gehört persönliche Weiterentwicklung für mich untrennbar zum Beruf: durch Supervision, Selbsterfahrung, spirituelle und philosophische Impulse – aber auch durch das Leben selbst, mit all seinen Brüchen und Lernprozessen.
„Wer nach außen schaut, träumt; wer nach innen blickt, erwacht.“ – C. G. Jung
Meine Berufserfahrung
- Rehabilitationsklinik Großgmain: Neuropsychologie
- Pro mente Salzburg: Arbeitstrainingszentrum
- Neurologisches Therapiezentrum Gmundnerberg: Neuropsychologie
- Universität Salzburg: Lehre – Persönlichkeits-, Leistungsdiagnostik
- Selbständiger Gutachter für Versicherungsmedizin, Zürich
- Universität Magdeburg: Forschung am Institut für Medizinische Psychologie
- Harvard Medical School: Forschung am Neuromodulation Center
- Ärzte ohne Grenzen: Kriseneinsätze Jordanien, Bangladesch, Südsudan, Kamerun, Irak, Hong Kong.
- Internationalen Roten Kreuz: Kriseineinsätze Armenien, Jemen.
- Consulting: Internationales Rotes Kreuz – Krisenintervention, Resilienztraining Kidnapping.
- Chiemgauklinik Marquartstein: Psychosomatik
- KBO Klinik Wasserburg: Neuropsychologie
- Christian-Doppler-Klinik, Universitätsklinik für Neurologie, neurologische Intensivmedizin und Neurorehabilitation der PMU, Neuropsychologie
Meine Ausbildungen
- Studium Psychologie Salzburg: Biologische Psychologie, Umweltpsychologie
- International Student Exchange Program: Emporia State University, Kansas – Psychotherapie, Kunsttherapie, Fotografie
- Klinischer- und Gesundheitspsychologe (Berufsverband Österreichischer Psychologen)
Meine Fortbildungen
- Klinische Neuropsychologie (GNPÖ, NeuroPsy)
- Non-Invasive Brain Stimulation (tDCS/TMS) – Göttingen
- Narrative Expositionstherapie – Médecins Sans Frontières
- Trauma-Focused Cognitive Behavioral Therapy – Medical University of South Carolina’s Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, USA
- Gruppenpsychotherapie, Behaviour Modification, Motivational Interviewing – Emporia State University, USA